Unterlassungsklage gegen Buch und Blog - Landgericht Hannover befangen?

1 Kommentar

Unterlassungsklage gegen Buch und Blog - Landgericht Hannover befangen?

Aktualisierung 29. November 2017


Der Vorsitzende Richter am Verwaltungsgericht Andreas Kleine-Tebbe hat eine Unterlassungsklage gegen meinen Blog und mein Buch erhoben. Er begehrt die Streichung seines Namens aus Kommentaren der „Kameraden“, die bekanntlich für Morddrohungen, das Abgreifen meines E-Mailpostfachs, rechtsradikale Äußerungen u.a. mehr verantwortlich sind. Kleine-Tebbe bringt vor, dass es die Kameraden augenscheinlich nicht gebe und die Kommentatoren von mir selbst inszeniert seien. Obwohl ich Polizeiprotokolle zitiere und teilweise in meinen Blog eingestellt habe, behauptet er, dass es in meinem Buch an belastbaren Quellen fehle. Zudem hätte ich es versäumt, die Argumente des Richters zu berücksichtigen.

Tatsächlich habe ich den Vorsitzenden Richter bzw. seinen Pressesprecher mehrfach zu den Kommentaren der Kameraden um Stellungnahme gebeten. Dass es sich bei den Kameraden Volker Leiter, Claudia Winter, Jens Röpke und Bernd Herstedt u.a. tatsächlich nur um eine Person handelt, erscheint fernliegend, gibt es doch Schreiben von Volker Leiter an Bernie (Bernd Herstedt) und Jens (Röpke). Auch dürfte es fernliegend sein, dass ich selbst das „Abgreifen meines E-Mailpostfach“ gegenüber „Reichskanzler Schittke“, dem Landespolizeipräsidenten Uwe Binias und anderen Amtsträgern bejubelt und diesen meine Passwörter geschickt habe. Ganz zu schweigen davon, dass ich nachweislich wiederholt Computerexperten eingeschaltet habe, um die Identitäten der Kameraden über IP-Adressen festzustellen. Warum sollte ich das tun, wenn ich angeblich die Kommentatoren selbst inszeniert habe?
Einiges spricht dafür, dass die Staatsanwaltschaft Hannover ihr „Agieren“ mit dem Richter abgestimmt hat. Auch sie bezweifelt die Existenz der Kameraden und lehnt Ermittlungen bezüglich meiner Online-Strafanzeige wegen des rechtswidrigen Abgreifens meines E-Mailpostfachs ab. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass meine Dateien abgegriffen worden seien. Dabei hat die Behörde gegenüber Dritten eingeräumt, dass ihr die Schreiben von Volker Leiter und Bernd Herstedt vorliegen. In diesen wird „der Riesencoup“ gefeiert, „meine Dateien abgegriffen zu haben“. Auch fragt sich, welche Rolle der Staatsschutz in dem Fall spielt. Er war von Anfang an eingeschaltet, nicht nur die Abteilung kfi 4 der PD Hannover, sondern auch der Personenschutz des LKA, das SEK, das Lagezentrum des Innenministerium sowie weitere Ermittlungsstellen – insgesamt 15! Die mir jetzt übermittelten brisanten Unterlagen werden in dem Verfahren vor dem Landgericht vorzulegen sein, dürften sie doch der Schlüssel für die Vertuschungsstrategien der Polizei- und Ermittlungsbehörden sein und deren Verweigerungshaltung, die Existenz der Kameraden und deren Kontakte zu Polizei/Justizbehörden zu ermitteln.
Aus politischen Kreisen wurde mir nahegelegt, das Landgericht Hannover als befangen abzulehnen und eine Verlegung des Verfahrens an ein auswärtiges Gericht zu beantragen. Auf ein faires Verfahren könne ich beim Landgericht Hannover nicht hoffen, zumal ihr Präsident Ralph Guise-Rübe in dem Fall verwickelt gewesen sei und in meinem Buch kritisch erwähnt würde. Diese Entscheidung hat letztlich die von mir mandatierte Anwaltskanzlei Höcker aus Köln zu treffen. Ich selbst gehe nicht davon aus, dass ausgerechnet der als kompetent, fair und zupackend bekannte Richter (siehe Blogbeitrag „Neuer Präsident fürs OLG Celle gesucht“) unzulässig Einfluss auf das Verfahren nimmt. Dass er jetzt einen Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz beim Verwaltungsgericht Hannover gestellt hat, da er sich offensichtlich gegenüber der kürzlich zur Präsidentin des OLG Celle ernannten Stefanie Otte als Konkurrent benachteiligt sieht, dürfte daran nichts ändern. Zur Sache selbst ist anzumerken, dass die vormalige Staatssekretärin im Justizministerium zwar als kompetent gilt; der Landgerichtspräsident bringt indes weit mehr Erfahrungen in die mit der Leitung eines der bundesweit bedeutendsten Oberlandesgerichte verbundenen Herausforderungen ein. Als Landgerichtspräsident hat er unter Beweis gestellt, dass er das nötige Rüstzeug mitbringt. Auch hat er bei Personalnot in den Kammern wiederholt kurzfristig Verfahren übernommen, so zuletzt in der 14. und der 6. Kammer. Zudem gab es seit Erscheinen meines Buchs in vier mich betreffenden Verfahren vor dem Landgericht Beschlüsse/Vergleichsvorschläge, u.a. weil ein Miterbe fortlaufend gegen mich klagt. Allen Unkenrufen zum Trotz kann von unzulässiger Einflussnahme oder gar Rechtsbeugung in keinem der Verfahren die Rede sein.
Ganz ohne Frage gibt es auch in der deutschen Justiz Fehlurteile mit tragischen Folgen für die Geschädigten. Betrachtet man die Fälle indes näher, sind fast immer Fehler der Ermittlungsbehörden, oftmals gepaart mit anwaltlichem Versagen und stümperhaften Gutachten ursächlich, wobei die Gerichte es manches Mal an der gebotenen Gründlichkeit fehlen lassen. Hält man sich indes vor Augen, dass mein Anwalt für Erbrecht stets mit einem Reisekoffer voller Akten zu den Verhandlungen erscheint, zeigt dies, durch welche Aktenberge sich die Richterinnen und Richter quälen müssen. Dies umso mehr, wenn Anwälte wie der bereits in einem anderen Blogbeitrag erwähnte Claus Löffler („Hannoverscher Rechtsanwalt diskreditiert Hausfrauen“) eine eher chaotische Prozessführung praktizieren und sogar noch nach der mündlichen Verhandlung umfängliche Schriftsätze mit neuem Tatsachenvortrag bei Gericht einreichen, darunter allein drei Schriftsätze an ein und demselben Tag.
Das anstehende Verfahren wird hoffentlich mehr Transparenz in den Fall Mertins und die aufgedeckten Ungereimtheiten bringen. Warum wurden Akten manipuliert, warum falsche Aussagen vor Gericht getroffen, warum der Bericht an den Landtag getürkt? Woher nehmen der Richter Kleine-Tebbe und die Staatsanwaltschaft ihre „Erkenntnis“, dass es keine Gruppe von Kameraden gibt, sondern nur einen Kommentator, der nach Meinung des Richters von mir inszeniert wurde? Doch wie erklären sie dann die den Behörden vorliegenden Schreiben von Volker Leiter, mit denen er im Anhang meine Passwörter verschickt hat und wie die Kommentare, in denen aus Polizeiprotokollen unter Benennung von Blattnummern zitiert wird? Und wie die Mails an mich, in denen ich genötigt werde, die Recherchen einzustellen? Fragen über Fragen, die in dem anstehenden Verfahren eine Rolle spielen dürften.
Es dürfte auch für andere Blogger und Autoren von erheblicher Relevanz sein, ob Kommentare in einem Blog, in denen Morddrohungen gegen den Bürger Mertins, Bücherverbrennungen, die Einschaltung eines Pädophilenrings u.a. mehr angedroht werden und die auf Verbindungen der Urheber in Polizei- und Justizbehörden hinein hinweisen, zu löschen sind, damit sie der Allgemeinheit nicht bekannt werden. Eine kritische, investigative Berichterstattung wäre dann kaum noch möglich. 

Letzte Änderung amMittwoch, 29 November 2017 19:31 Gelesen 3320 mal

1 Kommentar

  • A.Tr.
    A.Tr. Dienstag, 05. Dezember 2017 11:48 Kommentar-Link

    Hokuspokus – AKT - Wo leben wir?
    Jetzt fehlt nur noch, dass die Behauptung aufgestellt wird, Sie Frau Raddatz hätten auch an der Aktion Feuerzauber (Celler Loch) des niedersächsischen Verfassungsschutzes mitgewirkt, bei der am 25. Juli 1978 ein Loch mit rund 40 cm Durchmesser in die Außenmauer der Justizvollzugsanstalt Celle gesprengt wurde. Damit wurde ein Anschlag zur Befreiung eines mutmaßlichen Terroristen vorgetäuscht, der im Celler Hochsicherheitsgefängnis einsaß. Vorgeblich sollte mit Hilfe dieser verdeckten Operation unter „falscher Flagge“ ein Informant in die RAF eingeschleust werden.

    Irgendwie erinnert auch der Fall Mertins an den Zauberlehrling. Anfänglich ist der Zauberlehrling stolz auf sein Können, doch bald merkt er, wie er der Situation nicht mehr gewachsen ist. Im Fall Mertins haben sich mehrere Zauberlehrlinge betätigt, die jetzt in höheren Positionen in Deckung gegangen sind.

    Das geflügelte Wort „Die ich rief, die Geister,/Werd ich nun nicht los.“ wird heute als Topos gebraucht, wenn eine einsetzende Entwicklung außer Kontrolle gerät und auch von ihrem Urheber nicht mehr aufgehalten werden kann. So scheint das zu laufen.

    Aufbau des Zauberlehrlings
    1. Überheblichkeit und Wichtigtuerei
    2. Umsetzung des Vorhabens
    3. Machtrausch
    4. Angst und Verzweiflung
    5. Hilfloses Schimpfen
    6. Verzweiflungstat
    7. Hilferuf
    8. Rettung durch den Zaubermeister

    Wo steht der Fall Mertins nach 9 Jahren? Stufe 6. oder 7.

    Es wird Zeit, dass die neue Niedersächsische Justizministerin dieses üble Treiben von Staatsanwaltschaft, Polizei und Gerichten beendet. Steuergelder sollten sinnvoller ausgegeben werden.

Schreibe einen Kommentar

Bitte achten Sie darauf, alle Felder mit Stern * zu füllen. HTML-Code ist nicht erlaubt.